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Villa Stonborough-Wittgenstein Ziel Dr. Peter Fabjans - des Bruders und Erben - war es, den Nachlass von Thomas Bernhard für eine wissenschaftliche Bearbeitung öffentlich zugänglich zu machen. Bis Herbst 2001 war der Nachlass in der Gmundner Wohnung Thomas Bernhards in der Lechenfeldgasse untergebracht, die bis dahin als provisorisches Archiv diente.
Eine speziell für
die Suche nach einem geeigneten öffentlichen Gebäude eingesetzte
Findungskommission sprach sich schließlich für die Villa Stonborough-Wittgenstein
aus, die seit 1995 im Besitz des Landes Oberösterreich ist. Die
Arbeiten für die Adaptierung der "kleinen Toscana-Villa" wurden im März
2001 begonnen und im November 2001 planmäßig abgeschlossen.
Am 16. und 17. November 2001 wurde das Thomas-Bernhard-Archiv feierlich
eröffnet. Neben dem Nachlass von Thomas Bernhard ist auch jener des
Großvaters, Johannes Freumbichler, im Archiv für die Forschung zugänglich.
Dieser wird seit Mai 2003 im Rahmen eines FWF-Projektes (Fond zur Förderung
der wissenschaftlichen Forschung) von Dr. Bernhard Judex aufgearbeitet.
Für Wissenschaftler und Künstler Dr. Peter Fabjan betont,
dass jeder, "der ein berechtigtes Interesse nachweisen kann", sich darüber
ins Bild setzen kann, "wie Thomas Bernhard gearbeitet hat. Man wird ihm
buchstäblich über die Schulter schauen können." Eine Besonderheit
ist es, dass der Nebentrakt der Villa Stonborough-Wittgenstein auch als
Künstlerdomizil dient: In diesem Teil befindet sich ein im Zuge der
Renovierungsarbeiten wieder freigelegter Gewölberaum, der für Veranstaltungen
und auch als Atelier für Künstler zur Verfügung steht.
Als ständige Ausstellung wird dort ein chronologisch angeordneter
Querschnitt der Typoskripte Thomas Bernhards gezeigt. Vom Land Oberösterreich
wurde dazu eine Atelierwohnung eingerichtet, in der "writers in residence",
aber auch Künstler anderer Sparten in Gmunden leben und arbeiten
können. Dieses Stipendiatsprogramm wird vom oberösterreichischen
Institut für Kulturförderung getragen, wobei unter anderem auch die
ITBG beziehungsweise die internationalen Teilorganisationen derselben
geeignete Kandidaten vorschlagen können. |