BERNHARD WERKEÜBER BERNHARD

1931
Geboren am 9. Februar in Herleen/Niederlande als Sohn von Herta Bernhard und Alois Zuckerstätter. Seine Mutter ist die Tochter des Schriftstellers Johannes Freumbichler und dessen Lebensgefährtin Anna Bernhard.

1932
Lebt bei den Großeltern mütterlicherseits in Wien.

1935
Übersiedlung mit den Großeltern nach Seekirchen am Wallersee.

1938
Übersiedlung nach Traunstein/Oberbayern.

1943-1945
Besucht das Internat in Salzburg.
Nach Kriegsende das Humanistische Staatsgymnasium in Salzburg.

1947
Beginn der kaufmännischen Lehre in Salzburg, die mit der Kaufmannsgehilfenprüfung abgeschlossen wird.

1948-1951
Schwere Rippenfellentzündung (Lungentuberkulose), Aufenthalte in mehreren Sanatorien (Sanatorium Großmain und Lungenheilstätte Grafenhof).

1949
Tod des Großvaters am 11. Februar.

1950
Tod der Mutter am 13. Oktober.

1952
Erste literarische Veröffentlichung im Münchner Merkur vom 22.4.1952: das Gedicht "Mein Weltenstück".

1952-1955
Freier Mitarbeiter beim Demokratischen Volksblatt in Salzburg.

1955-1957
Besucht die Hochschule für Musik und darstellende Künste Mozarteum in Salzburg.

1957
erscheint die erste Buchpublikation Bernhards, der Gedichtband "Auf der Erde und in der Hölle".

1958
erscheinen zwei weitere Gedichtbände: in hora mortis und "Unter dem Eisen des Mondes".

1959
erscheint" Die Rosen der Einöde. Fünf Sätze für Ballett, Stimmen und Orchester".

1960
Aufführung mehrerer kurzer Schauspiele unter der Regie von Herbert Wochinz durch Schauspieler des Theaters in der Josefstadt in Maria Saal, Kärnten, dem Wohnsitz von Gerhard und Maja Lampersberg, mit denen Thomas Bernhard zwischen 1957 und 1960 befreundet ist.

1962
Polenaufenthalt.

1963
erscheint die erste Prosa von Thomas Bernhard: "Frost".
Das bedeutet den literarischen Durchbruch.

1964
erscheint die Erzählung "Amras";
Thomas Bernhard erhält den Julius Campe-Preis.

1967
erscheinen "Verstörung" und der Band "Prosa".
Thomas Bernhard erhält die literarische Ehrengabe des Kulturkreises im Berufsverband der Deutschen Industrie.

1968
erscheint "Ungenach".
Thomas Bernhard wird ausgezeichnet mit dem Österreichischen Staatspreis und dem Anton Wildgans-Preis.

1969
erscheinen "Watten. Ein Nachlaß", "Ereignisse" und die Erzählsammlung "An der Baumgrenze".

1970
wird in Harnburg in der Regie von Claus Peymann das erste Theaterstück von Thomas Bernhard aufgeführt: "Ein Fest für Boris".
Im selben Jahr erscheint der Roman "Das Kalkwerk".
Thomas Bernhard wird mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

1971
erscheinen der Band "Gehen" und ein Band mit Erzählungen: "Midland in Stilfs".

1972
wird bei den Salzburger Festspielen in der Regie von Claus Peymann das Theaterstück "Der Ignorant und der Wahnsinnige" uraufgeführt.
Er erhält im selben Jahr zwei Auszeichnungen: den Franz Theodor Csokor-Preis und den Grillparzer Preis.

1974
werden die beiden Theaterstücke "Die Jagdgesellschaft" und "Die Macht der Gewohnheit" uraufgeführt.
Thomas Bernhard erhält den Hannoverschen Dramatikerpreis und den Prix Séguir.

1975
erscheint der erste Band der »autobiographischen« Schriften von Thomas Bernhard: "Die Ursache. Eine Andeutung". Zusätzlich werden der Roman "Korrektur" publiziert und das Theaterstück "Der Präsident" uraufgeführt.

1976
werden die Theaterstücke "Die Berühmten" und "Minetti" uraufgeführt und die Autobiographie "Der Keller. Eine Entziehung" mit dem zweiten Band fortgesetzt.
Er erhält den Literaturpreis der Österreichischen Bundeswirtschaftskammer.

1978
erscheint das Theaterstück "Immanuel Kant". "Der Stimmenimitator" und "Ja" erscheinen, und die Autobiographie wird mit dem Band "Der Atem. Eine Entscheidung" fortgeführt.

1979
werden die beiden Theaterstücke "Der Weltverbesserer" und "Vor dem Ruhestand" uraufgeführt.
Thomas Bernhard tritt aus der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung aus, nachdem der damalige Bundespräsident Walter Scheel in sie aufgenommen wurde.

1980
erscheint "Die Billigesser".

1981
werden die beiden Theaterstücke "Über allen Gipfeln ist Ruh" und "Am Ziel" uraufgeführt. Es erscheint ein weiterer Band der Autobiographie mit dem Titel "Die Kälte. Eine Isolation" und das 1959/60 in England und Sizilien entstandene Gedicht "Ave Vergil".

1982
erscheinen "Beton" und "Wittgensteins Neffe. Eine Freundschaft" sowie der autobiographische Band "Ein Kind".

1983
erscheint der Band "Der Untergeher" und wird das Theaterstück "Der Schein trügt" uraufgeführt.

1984
erscheint "Holzfällen. Eine Erregung", das in Österreich aufgrund einer Klage von Gerhard Lampersberg, der sich durch dieses Buch verunglimpft fühlt, per einstweiliger Verfügung beschlagnahmt wird. Die Klage wird 1985 von Gerhard Lampersberg zurückgezogen. Im selben Jahr werden "Der Theatermacher" und "Ritter, Dene, Voss" uraufgeführt.

1985
erscheint "Alte Meister".

1986
wird das Theaterstück "Einfach kompliziert" uraufgeführt. In diesem Jahr erscheint auch "Auslöschung", der letzte Prosatext von Thomas Bernhard.

1987
erscheint das Theaterstück "Elisabeth II".

1988
wird am 4. November, trotz einer österreichweiten Kampagne gegen das Stück, "Heldenplatz" in Wien in der Regie des Burgtheaterdirektors Claus Peymann uraufgeführt.

1989
erscheint mit dem 1959 entstandenen Text "In der Höhe. Rettungsversuch, Unsinn" einer der ersten längeren Prosatexte von Thomas Bernhard als sein letztes Buch.

Thomas Bernhard stirbt am 12. Februar 1989, also genau vierzig Jahre und einen Tag nach seinem Großvater, in Gmunden/Oberösterreich.