ZWECK DER PRIVATSTIFTUNG

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Die Thomas Bernhard Privatstiftung wurde am 15. Juli 1998 auf Initiative von Dr. Peter Fabjan, dem Halbbruder und Universalerben, gegründet. Die wesentliche Aufgabe dieser privaten, unabhängigen Institution ist es, den Dichter im In- und Ausland zu vertreten.


Thomas Bernhard bei der Zeitungslektüre
Foto: Nachlassverwaltung

Sie folgt damit einer testamentarischen Bestimmung, nach der "jede Annäherung meiner Person und meine Arbeit betreffend durch den Österreichischen Staat" untersagt ist. Gleichzeitig mit der Gründung der Stiftung - knapp zehn Jahre nach dem Tod und im Sinn verantwortungsbewußten Umgangs mit dem Erbe - ist das im Testament festgehaltene Aufführungs-, Vortrags- und Druckverbot für Österreich aufgehoben worden. Diese Entscheidung ist vom Erben gemeinsam mit den die zu Lebzeiten vom Dichter vergebenen Rechte besitzenden Verlegern und den aus zwölf Ländern stammenden Beiratsmitgliedern getroffen worden. Die weitere Aufgabe der Einrichtung ist es, für das Einhalten aller sonstigen Testamentsbestimmungen zu sorgen, die Aufarbeitung der Nachlässe Bernhards und seines Großvaters, Johannes Freumbichler, zu gewährleisten und die Akzeptanz im fremdsprachigen Ausland zu fördern.

Diese Aufgaben erfüllt das von der Stiftung gegründete regionale Privatarchiv, welches unter der Mithilfe des Landes Oberösterreich in der ehemaligen Villa Stonborough-Wittgenstein in Gmunden errichtet und am 17. November 2001 eröffnet werden konnte. Wissenschaftliche Leitung: Dr. Martin Huber, Unterstützung: Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur. Die von Wendelin Schmidt-Dengler und Martin Huber edierte Werkausgabe aller noch zu Lebzeiten Bernhards veröffentlichten Texte (5 Gedichtbände, 27 Prosabände und 18 Theaterstücke) umfasst 22 Bände und erscheint im Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main.

Die Tätigkeiten der Thomas Bernhard Privatstiftung erfolgen in Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene: Erwähnt sei unter anderen das Österreichische Literaturarchiv, das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, das Bundeskanzleramt, das Institut für Kulturförderung des Landes Oberösterreich, die Stadt Wien und die Stadt Gmunden, das Bundesministerium für Außenangelegenheiten, das Französische Kulturministerium, das Goethe Institut Madrid und Zagreb, das Deutsche Literaturarchiv in Marbach, die Universität Bibliothek Straßburg, die Universitäten Antwerpen, Namur, Udine, Moskau, Peking, Saarbrücken.

Die Tätigkeiten der Thomas Bernhard Privatstiftung werden mit der Unterstützung von Partnerinstitutionen auf nationaler und regionaler Ebene durchgeführt, unter anderem mit der Unterstützung des Österreichischen Literaturarchivs, des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, des Instituts für Kulturförderung des Landes Oberösterreich und der Stadt Wien.

Vorstand:
Vera Sturm, Berlin
Dr. Peter Fabjan, Gmunden
Prof. Dr. Karl Wagner, Zürich

Beirat:
Lajos Adamik (Budapest), Louis Begley (New York), Hermann Beil (Berliner Ensemble, Berlin), Alexandr W. Belobratow (St. Petersburg), Piers Burton-Page (London), José Palma Caetano (Lissabon), Raimund Fellinger (Suhrkamp Verlag, Berlin), Luigi Forte (Turin), Krystian Lupa (Krakau), Blandine Masson (Paris), Zdenek Pecka (Universität Ceske Budejovice), Wentao Ma (Beijing)

Generalsekretärin:
Marie-Christine Baratta-Dragono

Thomas-Bernhard-Privatstiftung
Blutgasse 3/2
A-1010 Wien
Tel. & Fax +43-1-513 05 22
E-Mail: stiftung@thomasbernhard.at

http://stiftung.thomasbernhard.at